23 Essen und Zeit

Autor: Christoph Scheffer

Essen braucht Zeit – die neue Volksküche

Die so genannte „mediterrane Diät“ hält gesund – das zeigen großanlegte ernährungswissenschaftliche Studien. Doch das liegt offenbar nicht nur am gesunden Olivenöl, sondern hat auch kulturelle Gründe: Zusammen in Ruhe zu kochen und sich Zeit fürs gemeinsame Essen und für Genuss zu nehmen – auch das ist offenbar ein wichtiger Gesundheitsfaktor.

Was heißt das für die Gesellschaft? Müssen wir das Zusammen-Kochen und Zusammen-Essen wieder lernen? Gar nicht so einfach, denn Forscher wissen: Das Familienumfeld in der Kindheit prägt das Essverhalten – und zwar lebenslang. Und wie soll das überhaupt gehen, Kochen für Freunde – wo echte oder gefühlte Unverträglichkeiten zunehmen und die Ernährungsformen immer individueller werden?

Vielleicht fehlt uns als Gesellschaft was das Essen betrifft am allermeisten: Ruhe. Eine Forderung lautet deshalb: Teilzeit für alle! Dann, so die Idee, könnten wir endlich wieder selber kochen und unsere Lebensmittel vielleicht sogar selbst anbauen – oder uns wenigstens in Ruhe informieren, wo sie herkommen. Und vor allem könnten wir in Ruhe essen – sei es im Familienkreis, sei es in Kantinen. Die müssten sich als Orte des gemeinsamen Kochens und Essens neu erfinden – als Volksküchen im besten Sinne.

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Die Sendung steht Ihnen an dieser Stelle freitags vor der Erstausstrahlung als Podcast zur Verfügung.

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